Donnerstag, 13. November 2008
Lāčplēša diena
Ein Ereignis folgt dem anderen und nachdem gestern der Martinstag gefeiert wurde, war nun heute der Lacplesa diena an der reihe. Der Name des Tages weist auf die Sage des Volkshelden Lacplesis zurück. Auf den Helden ansich gehe ich ein anderes Mal nochmal speziell ein, da ich gerade noch dabei bin eine Kinderversion der Sage zu übersetzen. Auf jeden Fall wird an diesem Tag auch der Lacplesa-Orden verliehen für Nationale Dienste, meist militärisch (!).


VIENS, DIVI, TRIS! und immer schön: "Dawai, Dawai!"

Auf jeden Fall trafen wir uns zu diesem Anlass mit Agrita und Kristin (zwei Mitarbeiterinnen aus der Ceribu Ligzda), da in der Innenstadt so einiges an Halligalli angesagt war. Im Endeffekt lief das ganze darauf hinaus, dass wir von Ort zu Ort, von Geschehnis zu Geschehnis, von Happening zu Happening liefen und meist nur das Ende mitkriegten. Was mir bei dem ganzen etwas seltsam vorkam war, dass es ständig um militärische Siegen ging. Dazu wurden Reden von Männern in Militäruniformen gehalten und Flaggen geschwungen, was mich irgentwie ein wenig an den Geschichtsunterricht zum Thema "Deutschland in den 30ern" erinnert hat, wenn auch nicht ganz so pompös. Vieleicht lag es auch daran, dass bei der Diashow, die im Hintergrund auf einem der Orte des Geschehens lief, neben Bildern von Bärenjägern und alten Volksarmeen auch hin und wieder mal ein Foto von einem stolz und stramm stehenden SS-Soldaten, ausgerechnet über die Außenwand des Okkupationsmuseums flackerte. Nu já...


Dieser Mann konnte nicht nur reden, er sang sogar!

Abgesehen davon, wurden noch im Gedenken an verstorbene Soldaten kleine, selbstgebastelte Floße mit Kerzen drauf, auf die Daugava gesetzt, welchen dann aufgrund von etwas zu starkem Seegang allesamt kenterten. Die Daugava sah dann ein bisschen so aus, wie die von Currywurst-Pappen verunreinigte Elbe zum alljährigen Hafengeburtstag (an alle Nicht-Hamburger: unbedingt meiden!).
Hinterher gabs noch ein kleines Bierchen im "Leningrad" mit Tini, Kati und Georg zum Aufwärmen und Runterkommen. Dabei machte ich noch Bekanntschaft mit einem alten, sehr betrunkenen Letten ohne Zähne, dessen Beitrag zur Pflege der deutsch-lettischen Freundschaft, neben größtenteils unverständlichem Gesabbel und tri-ligualem Operngesang, letztendlich das Singen des "Liedes der Deutschen" plus anschließendem "Sieg Heil" war. Ein gutmütiger, liebenwerter und zu einem anderen Zeitpunkt bestimmt auch intelligenter Zeitzeuge, der und den Genuß des Bieres an diesem ereignisreichen Tag versüßte.
Danach ab nach Hause und inni Heier!

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