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Donnerstag, 13. November 2008
Brāļu kapi (Brüderfriedhof)
henni23, 20:54h
Gestern (ich hol immer mehr auf) machten wir mit der Arbeit einen Ausflug zum Brüderfriedhof, einem Teil des Mezakapi, also des Friedhofes, der an der Mezapark grenzt, von dem ich ja schon berichtet hab. Kolja war Kopf dieses Ausfluges und somit kann ich mir die ausführliche Beschreibung des Ablaufes sparen, siehe unten.

Die großen Monumente erinnerten mich ein wenig an das sowijetische Ehrenmal im Treptower Park in Berlin. Allerdings ging es hier um lettische Kriegstote, nicht um das ehrenvolle russische Volk!

Aus Respekt vor denen, die fürs Vaterland in den Tod gegangen sind...

Der Ausflug war angenehm und ich hatte ne Menge Spaß. Fotosessions gab es natürlich trotz alledem, was mich aber nicht störte und so posierte ich bereitwillig vor Koljas Kamera vor diversen Schauplätzen.
Like This:

Unter anderem sahen wir auch einen kleinen Gedenkraum aller derjenigen, die einmal den Lacplesis-Orden verliehen gekriegt haben, was eine kleine Brücke zum vorigen Tag bauen lies. Der Raum sah auf den ersten Blick aus, wie eines der typischen Holocaust-Denkmäler, da die Wände rund herum mit Namen und Jahrezahlen beschrieben war und über einem Rot-Weißen Rosenkranz war in Stein gemeißelt "Par Latviju".
Da war es wieder, das Genitiv!!! Überall ist in Lettland das Genitiv zu finden (ob auf Gedenktafeln, Strassennamen oder bei der Anrede mit "Herr" und "Frau") und ein lettisch-lernender Anfänger wie ich freut sich darüber solche Entdeckungen zu machen. Hehe.
Am Abend hatten wir dann noch ein kleinen Stromausfall und das Internet ging nicht, was natürlich Entsetzen auslöste, da das bedeutete, dass wir uns in Zukunft gegebenenfalls "sinnvoll" beschäftigen müssten. Allerdings hielt das nicht lange an. Die beiden Blondinen von nebenan griffen sich irgentwelche Elektrotechniker von Strasse, die dann lediglich die entsprechende Sicherung wieder reindrehten. Schade, ich hatte gerade den Glühwein fertig, als das Licht wieder an ging und die kuschelige Kerzenlicht-Atmosphäre dahin war...
Dann hieß es: bei Glühwein abwarten bis die Waschmaschine, die während des Stromausfalles natürlich nicht lief, fertig gelaufen ist und dann aber fix ins Betti, denn es war bereits schon spät...

Die großen Monumente erinnerten mich ein wenig an das sowijetische Ehrenmal im Treptower Park in Berlin. Allerdings ging es hier um lettische Kriegstote, nicht um das ehrenvolle russische Volk!

Aus Respekt vor denen, die fürs Vaterland in den Tod gegangen sind...

Der Ausflug war angenehm und ich hatte ne Menge Spaß. Fotosessions gab es natürlich trotz alledem, was mich aber nicht störte und so posierte ich bereitwillig vor Koljas Kamera vor diversen Schauplätzen.
Like This:

Unter anderem sahen wir auch einen kleinen Gedenkraum aller derjenigen, die einmal den Lacplesis-Orden verliehen gekriegt haben, was eine kleine Brücke zum vorigen Tag bauen lies. Der Raum sah auf den ersten Blick aus, wie eines der typischen Holocaust-Denkmäler, da die Wände rund herum mit Namen und Jahrezahlen beschrieben war und über einem Rot-Weißen Rosenkranz war in Stein gemeißelt "Par Latviju".
Da war es wieder, das Genitiv!!! Überall ist in Lettland das Genitiv zu finden (ob auf Gedenktafeln, Strassennamen oder bei der Anrede mit "Herr" und "Frau") und ein lettisch-lernender Anfänger wie ich freut sich darüber solche Entdeckungen zu machen. Hehe.
Am Abend hatten wir dann noch ein kleinen Stromausfall und das Internet ging nicht, was natürlich Entsetzen auslöste, da das bedeutete, dass wir uns in Zukunft gegebenenfalls "sinnvoll" beschäftigen müssten. Allerdings hielt das nicht lange an. Die beiden Blondinen von nebenan griffen sich irgentwelche Elektrotechniker von Strasse, die dann lediglich die entsprechende Sicherung wieder reindrehten. Schade, ich hatte gerade den Glühwein fertig, als das Licht wieder an ging und die kuschelige Kerzenlicht-Atmosphäre dahin war...
Dann hieß es: bei Glühwein abwarten bis die Waschmaschine, die während des Stromausfalles natürlich nicht lief, fertig gelaufen ist und dann aber fix ins Betti, denn es war bereits schon spät...
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Lāčplēša diena
henni23, 20:04h
Ein Ereignis folgt dem anderen und nachdem gestern der Martinstag gefeiert wurde, war nun heute der Lacplesa diena an der reihe. Der Name des Tages weist auf die Sage des Volkshelden Lacplesis zurück. Auf den Helden ansich gehe ich ein anderes Mal nochmal speziell ein, da ich gerade noch dabei bin eine Kinderversion der Sage zu übersetzen. Auf jeden Fall wird an diesem Tag auch der Lacplesa-Orden verliehen für Nationale Dienste, meist militärisch (!).

VIENS, DIVI, TRIS! und immer schön: "Dawai, Dawai!"
Auf jeden Fall trafen wir uns zu diesem Anlass mit Agrita und Kristin (zwei Mitarbeiterinnen aus der Ceribu Ligzda), da in der Innenstadt so einiges an Halligalli angesagt war. Im Endeffekt lief das ganze darauf hinaus, dass wir von Ort zu Ort, von Geschehnis zu Geschehnis, von Happening zu Happening liefen und meist nur das Ende mitkriegten. Was mir bei dem ganzen etwas seltsam vorkam war, dass es ständig um militärische Siegen ging. Dazu wurden Reden von Männern in Militäruniformen gehalten und Flaggen geschwungen, was mich irgentwie ein wenig an den Geschichtsunterricht zum Thema "Deutschland in den 30ern" erinnert hat, wenn auch nicht ganz so pompös. Vieleicht lag es auch daran, dass bei der Diashow, die im Hintergrund auf einem der Orte des Geschehens lief, neben Bildern von Bärenjägern und alten Volksarmeen auch hin und wieder mal ein Foto von einem stolz und stramm stehenden SS-Soldaten, ausgerechnet über die Außenwand des Okkupationsmuseums flackerte. Nu já...

Dieser Mann konnte nicht nur reden, er sang sogar!
Abgesehen davon, wurden noch im Gedenken an verstorbene Soldaten kleine, selbstgebastelte Floße mit Kerzen drauf, auf die Daugava gesetzt, welchen dann aufgrund von etwas zu starkem Seegang allesamt kenterten. Die Daugava sah dann ein bisschen so aus, wie die von Currywurst-Pappen verunreinigte Elbe zum alljährigen Hafengeburtstag (an alle Nicht-Hamburger: unbedingt meiden!).
Hinterher gabs noch ein kleines Bierchen im "Leningrad" mit Tini, Kati und Georg zum Aufwärmen und Runterkommen. Dabei machte ich noch Bekanntschaft mit einem alten, sehr betrunkenen Letten ohne Zähne, dessen Beitrag zur Pflege der deutsch-lettischen Freundschaft, neben größtenteils unverständlichem Gesabbel und tri-ligualem Operngesang, letztendlich das Singen des "Liedes der Deutschen" plus anschließendem "Sieg Heil" war. Ein gutmütiger, liebenwerter und zu einem anderen Zeitpunkt bestimmt auch intelligenter Zeitzeuge, der und den Genuß des Bieres an diesem ereignisreichen Tag versüßte.
Danach ab nach Hause und inni Heier!

VIENS, DIVI, TRIS! und immer schön: "Dawai, Dawai!"
Auf jeden Fall trafen wir uns zu diesem Anlass mit Agrita und Kristin (zwei Mitarbeiterinnen aus der Ceribu Ligzda), da in der Innenstadt so einiges an Halligalli angesagt war. Im Endeffekt lief das ganze darauf hinaus, dass wir von Ort zu Ort, von Geschehnis zu Geschehnis, von Happening zu Happening liefen und meist nur das Ende mitkriegten. Was mir bei dem ganzen etwas seltsam vorkam war, dass es ständig um militärische Siegen ging. Dazu wurden Reden von Männern in Militäruniformen gehalten und Flaggen geschwungen, was mich irgentwie ein wenig an den Geschichtsunterricht zum Thema "Deutschland in den 30ern" erinnert hat, wenn auch nicht ganz so pompös. Vieleicht lag es auch daran, dass bei der Diashow, die im Hintergrund auf einem der Orte des Geschehens lief, neben Bildern von Bärenjägern und alten Volksarmeen auch hin und wieder mal ein Foto von einem stolz und stramm stehenden SS-Soldaten, ausgerechnet über die Außenwand des Okkupationsmuseums flackerte. Nu já...

Dieser Mann konnte nicht nur reden, er sang sogar!
Abgesehen davon, wurden noch im Gedenken an verstorbene Soldaten kleine, selbstgebastelte Floße mit Kerzen drauf, auf die Daugava gesetzt, welchen dann aufgrund von etwas zu starkem Seegang allesamt kenterten. Die Daugava sah dann ein bisschen so aus, wie die von Currywurst-Pappen verunreinigte Elbe zum alljährigen Hafengeburtstag (an alle Nicht-Hamburger: unbedingt meiden!).
Hinterher gabs noch ein kleines Bierchen im "Leningrad" mit Tini, Kati und Georg zum Aufwärmen und Runterkommen. Dabei machte ich noch Bekanntschaft mit einem alten, sehr betrunkenen Letten ohne Zähne, dessen Beitrag zur Pflege der deutsch-lettischen Freundschaft, neben größtenteils unverständlichem Gesabbel und tri-ligualem Operngesang, letztendlich das Singen des "Liedes der Deutschen" plus anschließendem "Sieg Heil" war. Ein gutmütiger, liebenwerter und zu einem anderen Zeitpunkt bestimmt auch intelligenter Zeitzeuge, der und den Genuß des Bieres an diesem ereignisreichen Tag versüßte.
Danach ab nach Hause und inni Heier!
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Mārtiņšdiena
henni23, 18:46h
Also, jetzt endlich hab ich die Fotos parat und auch die nötige Lust vom Martinstag am Montag zuberichten...
Eigentlich wollte ich das gestern (also am Mittwoch) schon tun, aber ein kleiner Stromausfall kam mir dazwischen... Wir fristeten den Abend mit Glühwein und Wäschewaschen.
Ich glaube den Martinstag gibts auch in Deutschland, aber, da ich, was Volksfeste und Feiertage angeht, ein absoluter Kulturbanause bin, hab ich keine Ahnung, welche Bedeutung der Tag sowohl in Deutschland als auch hier im schönen Lettland haben könnte. Nu já, muss man wohl auch nicht wissen...
Auf jeden Fall hatten die beiden Ergotherapie-Paktikantinnen in der inrichtung in der ich arbeite die Idee, die wohl traditionelle Martinstag-Zeremonie durchzuführen und uns (Ilka und mich) damit einzubeziehen. Ablauf sollte, so hab ich es auf jeden Fall verstanden und so ist es dann auch passiert, folgender sein:
Erst verkleideten wir (eine kleine Gruppe von Klienten + Die beiden Meitenes (lettisch = Mädchen) + Ikla und ich) uns als Zigeuner. Da habe ich gelernt, wie also ein typischer Zigeuner auszusehen hat (siehe Fotos!).
Dann sind wir mit eine paar funktions-untüchtigen Instrumenten bewaffnet zur Ceribu Ligzda (einer Partner-Einrichtung) und haben dort nach und nach Allemann überrascht, indem wir dort mit lärm von Raum zu Raum marschierten eine Zigeuner.Bande miemten. Die Meitenes sagten dann ein Paar Kurzreime auf, die mich irgentwie an den Kölner Karnewal erinnerten und dann wurde nachgeschaut, ob den dementsprechende Raum den auch sauber ist. Danach gab es nach kurzem Geschimpfe ein Bonbon von uns.

Am Nachmittag wurde der Tag noch bei uns in der Einrichtung etwas zelebriert und ein paar Informationen gab es auch (hab eh nix verstanden).
Das war im Grunde schon der Montag.
Eigentlich wollte ich das gestern (also am Mittwoch) schon tun, aber ein kleiner Stromausfall kam mir dazwischen... Wir fristeten den Abend mit Glühwein und Wäschewaschen.
Ich glaube den Martinstag gibts auch in Deutschland, aber, da ich, was Volksfeste und Feiertage angeht, ein absoluter Kulturbanause bin, hab ich keine Ahnung, welche Bedeutung der Tag sowohl in Deutschland als auch hier im schönen Lettland haben könnte. Nu já, muss man wohl auch nicht wissen...
Auf jeden Fall hatten die beiden Ergotherapie-Paktikantinnen in der inrichtung in der ich arbeite die Idee, die wohl traditionelle Martinstag-Zeremonie durchzuführen und uns (Ilka und mich) damit einzubeziehen. Ablauf sollte, so hab ich es auf jeden Fall verstanden und so ist es dann auch passiert, folgender sein:
Erst verkleideten wir (eine kleine Gruppe von Klienten + Die beiden Meitenes (lettisch = Mädchen) + Ikla und ich) uns als Zigeuner. Da habe ich gelernt, wie also ein typischer Zigeuner auszusehen hat (siehe Fotos!).
Dann sind wir mit eine paar funktions-untüchtigen Instrumenten bewaffnet zur Ceribu Ligzda (einer Partner-Einrichtung) und haben dort nach und nach Allemann überrascht, indem wir dort mit lärm von Raum zu Raum marschierten eine Zigeuner.Bande miemten. Die Meitenes sagten dann ein Paar Kurzreime auf, die mich irgentwie an den Kölner Karnewal erinnerten und dann wurde nachgeschaut, ob den dementsprechende Raum den auch sauber ist. Danach gab es nach kurzem Geschimpfe ein Bonbon von uns.

Am Nachmittag wurde der Tag noch bei uns in der Einrichtung etwas zelebriert und ein paar Informationen gab es auch (hab eh nix verstanden).
Das war im Grunde schon der Montag.
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